Vor deiner Ankunft

Prüfe die Website oder den Kalender der Gemeinde, denn Orthros oder Matutin können vor der angegebenen Zeit der Göttlichen Liturgie beginnen. Zehn bis fünfzehn Minuten früher zu kommen gibt dir Zeit, ohne Hast einzutreten, einen Platz zu wählen und den Raum auf dich wirken zu lassen. Wenn du nervös bist, kann die Samstagsvesper ein leichterer erster Zugang sein.

Trage gewöhnliche, schlichte Kleidung, die zur örtlichen Gemeinde passt. Ein sauberes Hemd, ein einfaches Kleid, eine Hose oder Jeans können je nach Gemeinde angemessen sein. Manche Gemeinschaften pflegen förmlichere Kleidungs- oder Kopfbedeckungsbräuche. Von Besuchern wird nicht erwartet, jede örtliche Praxis zu kennen; wähle im Zweifel unauffällige Kleidung und frage später freundlich nach.

Was du sehen und hören wirst

Menschen zünden vielleicht Kerzen an, küssen Ikonen, bekreuzigen sich, verneigen sich und bewegen sich während des Gottesdienstes leise. Priester und Diakon betreten und verlassen den Altarraum, Weihrauch erfüllt die Kirche, und fast alles wird gesungen. Diese Handlungen sind keine Prüfung für Besucher. Du kannst mitmachen, soweit du dich wohlfühlst, oder einfach respektvoll zuschauen.

Der Gottesdienst umfasst Litaneien, Psalmen und Hymnen, Epistel- und Evangelienlesung, Predigt, Glaubensbekenntnis, eucharistisches Gebet, Kommunion, Dankgebete und Entlassung. Die Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos dauert oft etwa neunzig Minuten; Gemeindepraxis und Festtage können davon abweichen.

Stehen, Sitzen und Kinder mitbringen

Orthodoxe Christen stehen traditionell während großer Teile des Gottesdienstes, doch viele Gemeinden haben Bänke oder Stühle. Folge der Gemeinde ohne Sorge und setze dich, wenn du es brauchst. Eine körperliche Einschränkung ist keine Unehrerbietigkeit. Wenn du bei einer Prozession oder Evangelienlesung unsicher bist, ist Stehen, soweit es dir möglich ist, eine einfache Entscheidung.

Kinder werden nicht bloß geduldet; sie gehören in den Gottesdienst. Rechne mit gewöhnlicher Bewegung und Geräuschen. Eltern gehen bei Bedarf oft kurz hinaus und kommen wieder. Wenn du zum ersten Mal ein Kind mitbringst, wähle einen Platz mit leichtem Ausgang und nimm einen leisen vertrauten Gegenstand mit, statt vollkommene Ruhe zu erwarten.

Kommunion und gesegnetes Brot

Die heilige Kommunion drückt volle Einheit im orthodoxen Glauben und sakramentalen Leben aus. Nichtorthodoxe Besucher sollten an ihrem Platz bleiben, wenn die Gläubigen zum Kelch treten. Das ist kein Urteil über deine Aufrichtigkeit, sondern entspricht dem Verständnis der Kirche davon, was eucharistische Gemeinschaft bereits bedeutet.

Am Ende kann ein Priester gesegnetes Brot, oft Antidoron genannt, verteilen, und Gemeindemitglieder können es teilen. Die Bräuche dazu, ob Besucher es empfangen, unterscheiden sich; beobachte das Geschehen oder frage leise jemanden aus der Gemeinde. Vielleicht wirst du auch eingeladen, das Kreuz zu verehren. Niemand sollte dich zu einer Geste drängen, die du noch nicht verstehst.

Nach dem Gottesdienst

  • Bleib zum Kirchencafé, wenn eines angeboten wird; bei gewöhnlichen Gesprächen wird das Gemeindeleben leichter verständlich.
  • Stelle dich dem Priester vor, halte den ersten Austausch aber kurz, wenn viele Menschen warten.
  • Frage, wann er Zeit für ein längeres Gespräch hat oder ob es einen Kurs für Interessierte gibt.
  • Achte darauf, was dich angesprochen und was dich verwirrt hat; beides liefert gute Fragen für den nächsten Besuch.
  • Komm wieder. Die Liturgie wird durch wiederholte Teilnahme verständlicher; du musst sie nicht sofort entschlüsseln.
Grundlagenleitfaden

Gehe auf diesem Lernweg weiter

Dieser Leitfaden gehört zu fünf sorgfältig gepflegten Grundlagen. Die ergänzenden Leitfäden behandeln die nächsten Fragen Schritt für Schritt.

Quellen und weiterführende Literatur