„Liturgie“ bedeutet gemeinsames Werk
Die Göttliche Liturgie ist keine Darbietung von Geistlichen für ein Publikum. Priester, Diakon, Chor und Volk dienen jeweils innerhalb einer gemeinsamen Handlung. Der wiederholte Ruf „Herr, erbarme dich“, das Amen, das Glaubensbekenntnis und die gesungenen Gebete zeigen eine Versammlung, die sich Gott aktiv darbringt.
Die häufigste Form ist die Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos. An bestimmten Tagen wird die Basiliusliturgie gefeiert, an Wochentagen der Großen Fastenzeit die Liturgie der Vorgeweihten Gaben. Ihre Unterschiede gehören in denselben eucharistischen Glauben.
Vorbereitung und Liturgie des Wortes
Vor dem öffentlichen Gottesdienst bereitet der Priester bei der Proskomidie Brot und Wein vor und gedenkt Christi, der Gottesgebärerin, der Heiligen, der Lebenden und der Verstorbenen. Die öffentliche Liturgie beginnt mit dem Lobpreis des Reiches und Litaneien, die die Bedürfnisse von Kirche und Welt ins Gebet aufnehmen.
Der Kleine Einzug mit dem Evangelienbuch verweist auf Christus, der zum Lehren kommt. Hymnen und Trisagion führen zu Epistel, Alleluja, Evangelium und Predigt. Dieser erste Teil wird auch Liturgie der Katechumenen oder des Wortes genannt, weil Suchende hier früher unterwiesen wurden.
Der Große Einzug und das Glaubensbekenntnis
Brot und Wein werden beim Großen Einzug getragen und auf den Altar gestellt. Die Kirche gedenkt ihrer Glieder und bittet Gott, aller in seinem Reich zu gedenken. Die Gaben stehen für Schöpfung und menschliches Leben, die dankbar zurückgegeben werden.
Friedenskuss und Glaubensbekenntnis von Nicäa drücken die Liebe und den gemeinsamen Glauben aus, die für eucharistische Gemeinschaft nötig sind. Das Bekenntnis wird in der ersten Person gesprochen – „Ich glaube“ – innerhalb des gemeinsamen „Wir“ des Gottesdienstes. Jeder Mensch macht sich den Glauben der Kirche zu eigen.
Die Anaphora und die heilige Eucharistie
Anaphora bedeutet Darbringung oder Emporheben. Der Priester dankt für Schöpfung und Erlösung, erinnert an Christi Heilstaten und Worte beim Mystischen Abendmahl und ruft den Heiligen Geist auf die Gaben und das versammelte Volk herab. Brot und Wein werden im heiligen Mysterium zu Christi wahrem Leib und Blut.
Die Kirche gedenkt der Gottesgebärerin, der Heiligen, der Verstorbenen, der Verantwortlichen und jeder Not und betet dann das Vaterunser. Die Kommunion ist kein isolierter privater Augenblick, sondern die Erfüllung der gemeinsamen Darbringung und Einheit der Kirche in Christus.
Kommunion, Dank und Entlassung
Vorbereitete orthodoxe Christen treten zum Kelch und empfangen Leib und Blut. Säuglinge empfangen die Kommunion, weil Taufe und Myronsalbung sie zu vollwertigen Gliedern machen. Nichtorthodoxe Besucher bleiben respektvoll an ihrem Platz, weil die Eucharistie eine noch nicht geteilte Einheit ausdrückt.
Nach der Kommunion dankt die Kirche und bittet, in Frieden zu gehen. Gesegnetes Brot kann ausgeteilt werden, und die Gläubigen verehren nach örtlichem Brauch das Kreuz. Die Entlassung nennt Christus und die Heiligen und sendet die Menschen aus, den Dank der Liturgie in den Alltag zu tragen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Die Göttliche Liturgie Orthodoxe Kirche in Amerika
- Die heilige Eucharistie Orthodoxe Kirche in Amerika
- Die heilige Kommunion in der Göttlichen Liturgie Orthodoxe Kirche in Amerika