Kommunion bedeutet mehr als persönliche Andacht

Im orthodoxen Christentum sagt der Empfang der Eucharistie etwas Objektives aus: „Ich teile den Glauben dieser Kirche, ihr sakramentales Leben, ihre seelsorgliche Leitung und die Gemeinschaft mit ihren Bischöfen.“ Kommunion bedeutet selbst Teilhabe an einem gemeinsamen Leben. Aufrichtige persönliche Liebe zu Christus ist wesentlich, aber nicht die einzige Wirklichkeit, die am Kelch ausgedrückt wird.

Die Eucharistie wird als Christi wahrer Leib und wahres Blut und als Sakrament der Kirche empfangen. Sie kann nicht ehrlich eine Einheit versinnbildlichen, die christliche Gemeinschaften in Lehre, Autorität und sakramentaler Zugehörigkeit noch nicht besitzen.

Die Grenze gilt auch für orthodoxe Christen

Eine orthodoxe Taufe ist keine automatische Eintrittskarte zur Kommunion. Orthodoxe Christen sind aufgerufen, sich durch Gebet, Fasten nach Anleitung, Umkehr, Versöhnung und Beichte nach Weisung ihres Priesters vorzubereiten. Schwere Sünde, längere Abwesenheit oder unterbrochene Gemeinschaft können vor dem Empfang seelsorgliche Klärung erfordern.

Das zeigt, dass diese Grenze Gäste nicht als weniger würdig einstuft. Niemand wird durch Leistung würdig. Die Kirche bewahrt eine heilige Gabe und bittet darum, dass die äußere Handlung einem wirklichen Leben in Gemeinschaft und Vorbereitung entspricht.

Warum nicht durch Kommunion Einheit schaffen?

Manche christlichen Gemeinschaften praktizieren offene Kommunion als Einladung zur Einheit. Die Orthodoxie versteht die Reihenfolge anders: Die Kirche arbeitet und betet für wiederhergestellte Einheit in der Wahrheit, und die gemeinsame Eucharistie krönt diese Einheit, statt sie allein hervorzubringen.

Zu empfangen und dabei den Glauben abzulehnen, den die Eucharistie bekennt, oder außerhalb davon zu bleiben, würde Besucher und Priester in eine unwahrhaftige Lage bringen. Die Ablehnung ist deshalb nicht als Feindseligkeit gemeint. Sie erkennt ehrlich an, dass wichtige Trennungen bleiben und nicht mit einer Geste verdeckt werden sollten.

Was Besucher während der Kommunion tun können

  • Bleib an deinem Platz und bete; du brauchst weder verlegen zu sein noch dich zu erklären.
  • Nutze die Zeit, Christus um Licht, Heilung und Einheit unter den Christen zu bitten.
  • Beachte die örtlichen Hinweise zum Empfang des gesegneten Brotes nach dem Gottesdienst.
  • Sprich mit dem Priester, wenn du orthodox, aber zu Besuch, gerade zurückgekehrt oder unsicher bezüglich deiner Vorbereitung bist.
  • Wenn du die volle Gemeinschaft wünschst, frage nach dem Weg des Kennenlernens und des Katechumenats, statt heimlich zum Kelch zu treten.

Gastfreundschaft über den Kelch hinaus

Eine Gemeinde sollte Gäste mit klaren Hinweisen, Gesprächen, Kirchencafé, Freundschaft, Gebet und praktischer Fürsorge willkommen heißen. Die begrenzte Zulassung zur Kommunion ist keine Entschuldigung für Kälte. Das Verhalten der Gemeinschaft soll die in der Liturgie verkündete Liebe sichtbar machen.

Besucher können wiederholt teilnehmen, lernen und durch Beziehungen dazugehören, lange vor der sakramentalen Aufnahme. Die Einladung der Kirche lautet nicht „Bleib draußen“, sondern „Komm und sieh und gehe mit uns auf eine Einheit zu, die wahrhaftig bekannt werden kann“.

Quellen und weiterführende Literatur