Beginne mit „Komm und sieh“

Lesen kann die Tür zur Orthodoxie öffnen, doch am umfassendsten begegnet man der Kirche als betender Gemeinschaft. Dein erster konkreter Schritt besteht deshalb nicht darin, jede Lehre zu beherrschen, sondern darin, einen Gottesdienst in einer kanonischen orthodoxen Gemeinde zu besuchen. Die Samstagsvesper ist für einen ersten Besuch oft ruhiger und leichter zugänglich; die Göttliche Liturgie am Sonntag zeigt die um die Eucharistie versammelte Gemeinde.

Du kannst dem Priester vor deinem Besuch schreiben, brauchst aber keine besondere Erlaubnis zur Teilnahme. Stelle dich bei passender Gelegenheit vor, erwähne dein Interesse an der Orthodoxie und frage, wie die Gemeinde Suchende gewöhnlich aufnimmt. Es ist völlig in Ordnung, mehrmals zu kommen, bevor du über weitere Schritte entscheidest.

Der gewöhnliche Weg in die Kirche

Die Einzelheiten unterscheiden sich. Manche Gemeinden bieten einen Kurs an, andere Einzelgespräche, empfohlene Lektüre, Begleitung durch Paten oder eine Kombination davon. Ein Katechumene lernt das Glaubensbekenntnis und die Sakramente kennen, aber auch zu beten, umzukehren, zu vergeben, unter Anleitung zu fasten und zu einer wirklichen Gemeinschaft zu gehören.

  1. Fragen und kennenlernen

    Besuche Gottesdienste, stelle ehrliche Fragen und lerne die Grundzüge orthodoxen Glaubens und Lebens kennen.

  2. Eine Beziehung zur Gemeinde aufbauen

    Sprich mit dem Priester und beginne, am Leben der Gemeinschaft außerhalb des Sakramentenempfangs teilzunehmen.

  3. Ins Katechumenat eintreten

    Wenn du und der Priester erkennen, dass du bereit bist, beginnen die geordnete Unterweisung und geistliche Bildung.

  4. Sich auf die Aufnahme vorbereiten

    Lerne einen tragfähigen Gebetsrhythmus, besuche regelmäßig Gottesdienste und besprich deine bisherige Taufgeschichte und persönlichen Umstände.

  5. Aufgenommen werden und weitergehen

    Taufe oder Myronsalbung führen in das eucharistische Leben der Kirche; sie sind ein Anfang, kein Abschlusszeugnis.

Mit welcher Dauer solltest du rechnen?

Es gibt keine allgemeingültige Frist. Mehrere Monate bis zu einem Jahr oder länger sind üblich, doch ein Priester kann einen kürzeren oder längeren Weg empfehlen. Frühere christliche Bildung, familiäre Umstände, der Gemeinderhythmus und die Weisungen des Bischofs spielen eine Rolle. Das Ziel ist kein Aufschub um seiner selbst willen, sondern ein freies, beständiges „Ja“ zu einem Leben, das du tatsächlich kennenzulernen begonnen hast.

Wenn dir der Weg langsam vorkommt, nutze die Zeit gut. Komm beständig, lerne Menschen jenseits des Internets kennen und lass Fragen reifen. Orthodoxie wird nicht durch Schnelligkeit gesichert. Die Vorbereitung bewahrt den Menschen und die Gemeinschaft davor, die Konversion als vorübergehende Begeisterung zu behandeln.

Wirst du getauft oder myrongesalbt?

Wer keine christliche Taufe empfangen hat, wird getauft und myrongesalbt. Bei einer früheren christlichen Taufe kann die Art der Aufnahme von dieser Taufe, den Vorgaben des Bischofs und dem Urteil des aufnehmenden Priesters abhängen. Orthodoxe Jurisdiktionen wenden nicht in jedem Fall dieselbe seelsorgliche Praxis an.

Bring vorhandene Taufnachweise mit und erläutere deinen Weg offen. Internetdebatten können deine Aufnahme nicht entscheiden. Eine verantwortliche Antwort kommt vom kanonischen Bischof und dem Priester, die dich aufnehmen werden.

Ein einfacher Plan für die nächste Woche

  • Nutze das Verzeichnis der Bischofsversammlung, um eine kanonische Gemeinde zu finden.
  • Prüfe den Gemeindekalender und besuche die Vesper oder Göttliche Liturgie.
  • Schreibe eine kurze E-Mail, in der du dich vorstellst und nach der Verfügbarkeit des Priesters fragst.
  • Beginne mit einem kurzen Morgen- und Abendgebet, statt dir selbst eine anspruchsvolle Regel auszudenken.
  • Schreibe deine wirklichen Fragen auf und bringe sie zu einem Menschen, nicht nur in ein Suchfeld.
Grundlagenleitfaden

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Dieser Leitfaden gehört zu fünf sorgfältig gepflegten Grundlagen. Die ergänzenden Leitfäden behandeln die nächsten Fragen Schritt für Schritt.

Quellen und weiterführende Literatur