Christliche Hoffnung ist leibliche Auferstehung

Die Orthodoxie betrachtet den Körper nicht als wegwerfbare Hülle. Der Sohn Gottes nimmt einen wirklichen Körper an, stirbt leiblich, aufersteht leiblich und verheißt die Auferstehung der Toten. Taufe, Salbung, Niederwerfung, Fasten, Eucharistie und Werke der Barmherzigkeit beziehen das leibliche menschliche Leben ein.

Der Körper eines Heiligen hat an Gebet, Leiden, Dienst und sakramentaler Gemeinschaft teilgenommen. Nach dem Tod behandelt die Kirche diese Überreste mit Ehre, weil Christus den Tod von endgültiger Vernichtung zu einem Übergang in Erwartung der Auferstehung verwandelt hat.

Biblische Vorbilder

Die Schrift berichtet, wie die Berührung der Gebeine Elischas einen Toten zum Leben brachte, Kranke sogar den Schatten des Petrus suchten und Tücher, die Paulus berührt hatten, zu Werkzeugen der Heilung wurden. Diese Ereignisse machen die Materie nicht göttlich; sie zeigen Gottes Wirken durch die materielle Schöpfung und heilige Menschenleben.

Altar und Bundeslade wurden in Israel wegen Gottes Gegenwart im Bund ehrfürchtig behandelt. Im neuen Bund werden die Menschen selbst zu Tempeln des Heiligen Geistes. Reliquien gehören zu dieser sakramentalen Sicht, nicht zum Glauben, Heiligkeit existiere losgelöst von Gott.

Das Zeugnis der frühen Märtyrer

Die frühen Christen versammelten sich an den Gräbern der Märtyrer, bewahrten ihre Überreste sorgsam, feierten die Eucharistie nahe ihren Ruhestätten und begingen ihren Todestag als himmlischen Geburtstag. Diese Praxis erwuchs unter Verfolgung aus Liebe, Erinnerung und Auferstehungsglauben.

Orthodoxe Altäre enthalten traditionell Reliquien und verbinden so jede eucharistische Gemeinschaft mit dem Zeugnis derer, die ihr Leben für Christus gaben. Die Praxis ist keine mittelalterliche Kuriosität, die hinzugefügt wurde, nachdem das Christentum seine Wurzeln vergessen hätte.

Verehrung ist keine Anbetung

Anbetung und opfernde Verehrung gebühren allein der Heiligen Dreifaltigkeit. Die Verehrung von Heiligen ist eine auf sie bezogene Ehrerbietung: Einen Reliquienschrein zu küssen, sich zu verbeugen oder Reliquien in Prozession zu tragen ehrt den Heiligen und verherrlicht Gott, der diesen Menschen geheiligt hat.

Es ist dieselbe grundlegende Unterscheidung wie bei Ikonen, dem Evangelienbuch und dem Kreuz. Christen können geschaffene Personen und Gegenstände lieben und ehren, ohne sie als den Schöpfer zu behandeln. Wenn eine Praxis Gott verdeckt oder zum Tauschgeschäft wird, wurde sie missverstanden.

Wunder, Echtheit und gesunde Verehrung

Die orthodoxe Tradition kennt Berichte von Heilungen, Wohlgeruch, Unverweslichkeit und anderen Wundern im Zusammenhang mit Reliquien. Wunder sind Gaben, keine Prüfungen, die Gott bestehen muss, und körperliche Unverweslichkeit allein beweist nicht automatisch Heiligkeit. Die Kirche nimmt Reliquien unter bischöflicher Verantwortung und in liturgischer Ordnung an.

Vermeide es, zweifelhafte Reliquien im Internet zu kaufen, sensationellen Behauptungen nachzujagen oder Berührung als Garantie zu behandeln. Besuche sie ehrfürchtig, bitte um die Gebete des Heiligen und lass die Begegnung Umkehr und Liebe stärken. Das größte Zeugnis der Verehrung ist ein Leben, das von Christus geheiligt wird.

Quellen und weiterführende Literatur