Eine persönliche Beziehung in der Gemeinschaft der Heiligen
Die Kirche ist über den Tod hinaus ein Leib in Christus. Ein Schutzheiliger ist keine private Gottheit und kein geistliches Maskottchen, sondern ein älterer Bruder oder eine ältere Schwester in dieser Gemeinschaft: ein Mensch, dessen Leben auf Christus weist, dessen Gebete erbeten werden und dessen Gedächtnis ein konkretes Vorbild der Heiligkeit bietet.
Auch Gemeinden, Städte, Nationen, Berufe und kirchliche Dienste können Schutzheilige haben. Für den Einzelnen drückt sich die Beziehung gewöhnlich durch den bei Taufe oder Myronsalbung empfangenen Namen des Heiligen, regelmäßiges Gebet, eine Ikone und die Feier des Heiligenfestes oder Namenstages aus.
Wie ein Schutzheiliger gewählt wird
Wer bereits den Namen eines anerkannten Heiligen trägt, kann ihn behalten. Ein Konvertit ohne entsprechenden Heiligen oder mit mehreren Möglichkeiten kann durch Lektüre, ein Festdatum, einen ähnlichen Kampf, eine familiäre Verbindung oder die wiederkehrende Begegnung mit dem Heiligen während des Kennenlernens der Orthodoxie zu ihm hingezogen werden.
Besprich die Wahl mit dem aufnehmenden Priester, bevor du sie bekannt gibst. Örtliche Namensbräuche unterscheiden sich, und der Priester kann helfen, eine echte Verbindung von einer überstürzten Internetentscheidung zu unterscheiden. Der Name gehört zur sakramentalen Aufnahme, nicht zur persönlichen Selbstdarstellung.
Hilfreiche Fragen zur Unterscheidung
- Führt mich das Leben dieses Heiligen zu Christus, Umkehr, Mut und Liebe?
- Kann ich die wirkliche Geschichte des Heiligen aus verlässlichen kirchlichen Quellen kennenlernen statt aus einer einzeiligen Patronatsliste?
- Gibt es eine bewahrenswerte Verbindung zu meinem bisherigen Namen oder meiner Taufgeschichte?
- Wähle ich frei, ohne Druck, den ungewöhnlichsten oder beeindruckendsten Namen anzunehmen?
- Hat mein Priester bestätigt, dass dieser Heilige und dieser Name für meine Aufnahme geeignet sind?
Wie du deinen Schutzheiligen ehrst
Lerne das Leben und die Hymnen des Heiligen kennen, bewahre eine Ikone, bitte um seine Gebete und besuche nach Möglichkeit um sein Fest herum die Liturgie. Feiere deinen Namenstag mit Gebet, Gastfreundschaft, Barmherzigkeit oder einem Geschenk an einen Bedürftigen, statt ihn nur als zweiten Geburtstag zu behandeln.
Vor allem ahme die Treue des Heiligen in den Umständen nach, die Gott dir tatsächlich gegeben hat. Ein Märtyrer kann Mut lehren, ein Mönch Aufmerksamkeit, ein Bischof pastorale Verantwortung oder ein verheirateter Heiliger Geduld. Nachahmung verlangt nicht, die historischen Lebensumstände des Heiligen zu kopieren.
Aberglauben und Sammelleidenschaft vermeiden
Patronatslisten verbinden Heilige oft mit Krankheiten, Berufen oder Notlagen. Solche Verbindungen können auf echter Tradition beruhen, teilen den Himmel aber nicht in Fachabteilungen auf und garantieren kein erbetenes Ergebnis. Jeder Heilige betet in Christus, und jede Gabe kommt von Gott.
Du musst deinen Schutzheiligen nicht ersetzen, sobald ein anderer Heiliger interessant wird. Liebe viele Heilige und bewahre zugleich eine beständige Beziehung zu dem, dessen Namen du trägst. Es geht um Weggemeinschaft in der Heiligkeit, nicht darum, das mächtigste geistliche Portfolio zusammenzustellen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Namenstage und Schutzheilige Griechisch-Orthodoxe Erzdiözese von Amerika
- Die Heiligen der orthodoxen Kirche Griechisch-Orthodoxe Erzdiözese von Amerika
- Das Gebet im orthodoxen christlichen Leben Orthodoxe Kirche in Amerika