Der Titel Gottesgebärerin bewahrt die Wahrheit über Christus

Theotokos bedeutet „Gottesgebärerin“ oder „diejenige, die Gott geboren hat“. Das heißt nicht, dass Maria vor Gott existierte oder Christi Göttlichkeit erschaffen hätte. Es bedeutet, dass der aus ihr Geborene keine menschliche Person ist, die später mit Gott verbunden wurde; er ist der ewige Sohn selbst, wirklich Mensch geworden.

Die frühe Kirche verteidigte diesen Titel, weil Christus eine Person in zwei Naturen ist. Maria Mutter Gottes zu nennen, ist zuerst eine Aussage über Jesus. Orthodoxe Verehrung bleibt christologisch, wenn sie ihrem eigenen Sinn treu ist.

Ihr „Ja“ und die menschliche Antwort auf Gnade

Bei der Verkündigung empfängt Maria Gottes Wort frei: „Mir geschehe nach deinem Wort.“ Die Gnade beginnt; sie antwortet in Glauben und Gehorsam. Orthodoxe Christen sehen in ihr das Bild der Kirche und jedes Menschen, der berufen ist, Christus in sich wohnen zu lassen.

Ihre Seligpreisung ist biblisch: Elisabeth nennt sie selig, und Maria sagt, alle Generationen würden sie seligpreisen. Ihre Verehrung ist kein entbehrlicher, peinlicher Zusatz zum Christentum; sie nimmt die Menschwerdung und die eigene Sprache des Evangeliums ernst.

Immerwährende Jungfräulichkeit und Heiligkeit

Die orthodoxe Tradition bekennt Maria als Immerjungfrau: vor, während und nach Christi Geburt. Hinweise auf Jesu Brüder werden je nach überlieferter Erklärung im weiteren antiken Sinn als nahe Verwandte oder als Kinder Josefs aus einer früheren Ehe verstanden.

Sie wird Allheilige genannt wegen Gottes Gnade und ihres einzigartigen Lebens in Treue, nicht weil sie eine Göttin wäre oder keiner Erlösung bedürfte. Das Fest der Entschlafung verkündet, dass sie wirklich stirbt und von ihrem Sohn verherrlicht wird und so die der ganzen Kirche verheißene Hoffnung teilt.

Verehrung und Fürsprache

Im orthodoxen Gottesdienst gehören Anbetung und Opfer allein der Heiligen Dreifaltigkeit. Maria empfängt wegen ihrer Beziehung zu Christus die höchste Verehrung unter den Heiligen, doch die Unterscheidung bleibt wirklich. Die Hymnen preisen, was Gott in ihr und durch sie getan hat.

Die Kirche bittet sie als vornehmstes Glied der Gemeinschaft der Heiligen um Gebet. Wendungen wie „Allheilige Gottesgebärerin, rette uns“ verwenden „retten“ im nachgeordneten biblischen Sinn von Hilfe oder Rettung durch Gebet; Gott ist die einzige Quelle des Heils. Der Zusammenhang und die beständige Anbetung Gottes durch die Kirche bewahren die Bedeutung.

Wie du einer ungewohnten Verehrung begegnen kannst

Beginne mit den biblischen Berichten von Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Kana, Kreuz und Pfingsten. Höre dann im Gottesdienst einen Marienhymnus und frage, was er über Christus sagt. Verehrung lässt sich am leichtesten dort verstehen, wo sie tatsächlich gelebt wird.

Du musst dir keinen Gefühlsstil aufzwingen. Lerne die Sprache der Kirche geduldig, stelle Fragen und unterscheide offizielle Lehre von volkstümlichen Übertreibungen. Echte Liebe zur Gottesgebärerin macht Christus größer, nicht kleiner.

Quellen und weiterführende Literatur