Ein Weg zurück zu Gott

Die Fastenzeit ist nicht in erster Linie eine saisonale Diät oder eine Zeit religiöser Traurigkeit. Sie erneuert die Bewegung der Taufe: sich von der Sünde abwenden, zu Christus zurückkehren und sich darauf vorbereiten, mit ihm durch Kreuz und Grab in die Auferstehung zu gehen. Die Kirche verändert Gottesdienst, Lesungen, Musik, Fasten und tägliche Anforderungen, um diese Rückkehr zu unterstützen.

Umkehr bedeutet eine Veränderung des Denkens und der Richtung. Diese Zeit deckt Bindungen auf, verkündet aber auch Barmherzigkeit. Ihre Atmosphäre ist lichte Traurigkeit: Schmerz über die Sünde, getragen von der Hoffnung auf Gottes Vergebung und die kommende Osterfreude.

Wie sich der Kalender entfaltet

Mehrere Sonntage vor der Fastenzeit führen in Demut, Rückkehr, Gericht im Licht der Barmherzigkeit und Vergebung ein. Fleischverzichts- und Käseverzichtssonntag bereiten schrittweise auf die Speiseregeln vor. Am Vergebungssonntag bittet die Gemeinschaft um Verzeihung, und der Reine Montag eröffnet das Fasten.

Die vierzigtägige Fastenzeit führt zum Lazarussamstag und Palmsonntag; die Karwoche konzentriert sich dann auf Christi letzte Tage, Passion, Grablegung und Sieg. Die genaue liturgische Zählung ist differenzierter als eine einfache Summe von Kalendertagen. Deshalb geben die Gottesdienste der Kirche dieser Zeit ihre Gestalt, nicht private Rechenübungen.

Gebet, Fasten und Almosen gehören zusammen

Beim Speisefasten verzichtet man gewöhnlich auf Fleisch, Milchprodukte und Eier; weitere Unterscheidungen betreffen Fisch, Wein und Öl. Die überlieferte Regel ist ein Ideal, das pastoral angewandt wird. Erkrankungen, Schwangerschaft, Kindheit, Essstörungen, Arbeit, Armut und Haushaltsverantwortung verlangen ehrliche Begleitung.

Fasten soll Aufmerksamkeit und Mittel für Gebet und Barmherzigkeit freisetzen. Ohne Vergebung und Großzügigkeit kann ein strenger Speiseplan den Stolz nähren. Das Fasten betrifft auch Sprache, Unterhaltung, Zorn, Konsum und jede Gewohnheit, die der Liebe im Weg steht.

Die Gottesdienste erschließen diese Zeit

  • Der Große Kanon des heiligen Andreas eröffnet eine tiefgehende biblische Gewissenserforschung zur Umkehr.
  • Die Liturgie der vorgeweihten Gaben schenkt die Kommunion an Werktagen in der Nüchternheit der Fastenzeit.
  • Das Gebet des heiligen Ephrem verbindet Niederwerfungen mit der Bitte um Demut, Geduld und Liebe.
  • Die Gedächtnisse an Samstagen und Sonntagen erschließen Glaubenslehre, Heilige, das Kreuz und die Heilung der Leidenschaften.
  • Beichte und Versöhnung bereiten den Menschen über äußere Befolgung hinaus auf Pascha vor.

Die erste Fastenzeit für Anfänger

Erstelle keine Höchstregel aus Tabellen im Internet. Besuche die Sonntagsliturgie, ergänze nach Möglichkeit einen Werktagsgottesdienst, halte eine einfache Gebetsregel, lies ein Evangelium, schränke das Essen nach Anleitung eines Priesters ein und wähle ein konkretes Werk der Barmherzigkeit.

Wenn du scheiterst, beginne wieder, ohne bis zum nächsten Jahr zu warten. Die Fastenzeit zeigt Schwäche auf, damit ein Mensch Gnade empfangen kann, statt eine perfekte Leistung zu erbringen. Das Ziel ist, wahrhaftiger, versöhnt und bereit für Christi Freude bei Pascha anzukommen.

Quellen und weiterführende Literatur