Zwei Familien mit ähnlichen Namen
Zur östlichen Orthodoxie gehören etwa die griechische, antiochenische, russische, rumänische, serbische, bulgarische und georgische Kirche sowie die Orthodoxe Kirche in Amerika. Sie erkennen die sieben ökumenischen Konzilien an, beginnend mit Nicäa 325 und endend mit dem Zweiten Konzil von Nicäa 787.
Zur orientalischen Orthodoxie gehören die koptische, armenisch-apostolische, syrische, äthiopische, eritreische und malankarisch-orthodoxe Kirche. Sie erkennen die ersten drei ökumenischen Konzilien an, nahmen jedoch das Konzil von Chalcedon 451 nicht an. Ähnliche Gottesdienste, Gewänder, Ikonen, Mönchtum und sakramentale Sprache können beide Familien für Besucher austauschbar erscheinen lassen, doch es sind verschiedene Kirchengemeinschaften.
Warum Chalcedon zum Trennungspunkt wurde
Chalcedon bekannte Jesus Christus als ein und denselben Sohn, vollkommen göttlich und vollkommen menschlich, erkannt in zwei Naturen ohne Vermischung, Veränderung, Teilung oder Trennung. Die östlich-orthodoxe Kirche empfängt diese Definition als treue Verteidigung der Menschwerdung sowohl gegen die Vermischung von Christi Göttlichkeit und Menschheit als auch gegen seine Aufteilung in zwei Subjekte.
Die orientalischen Kirchen befürchteten, die chalcedonische Sprache könne Christus teilen, und bevorzugten die cyrillische Wendung von einer vereinten fleischgewordenen Natur des Wortes. Politischer, sprachlicher und kaiserlicher Druck verhärtete den Konflikt. Der moderne Dialog hat gezeigt, dass manche historischen Verurteilungen durch unterschiedliche Begriffe verstärkt wurden; damit ist jedoch nicht jede kirchliche und lehrmäßige Frage gelöst.
Was sie tatsächlich gemeinsam haben
Diese Gemeinsamkeiten sind wesentlich und sollten ehrlich benannt werden. Sie berechtigen jedoch keinen Einzelnen, die Gemeinschaft für wiederhergestellt zu erklären. Die Einheit in der Eucharistie liegt bei den Kirchen und ihren Bischöfen, nicht bei privaten Schlüssen aus Online-Vergleichen.
- Glaube an die Heilige Dreifaltigkeit und an Jesus Christus als wahren Gott und wahren Menschen.
- Alte bischöfliche Strukturen, apostolische Nachfolge, Sakramente, Fasten, Mönchtum, Heilige und liturgischer Gottesdienst.
- Ablehnung des modernen Individualismus als Grundlage christlicher Lehre.
- Tiefe Verehrung Marias als Gottesgebärerin und des Zeugnisses der Märtyrer und Kirchenväter.
Stehen sie heute in Gemeinschaft?
Im Allgemeinen nein. Östlich-orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Gläubige empfangen gewöhnlich nicht in den Kirchen der jeweils anderen Gemeinschaft die Kommunion. Seelsorgliche Ausnahmen oder örtliche Vereinbarungen dürfen nie vorausgesetzt werden; man muss den zuständigen Priester und Bischof fragen.
Theologische Kommissionen haben wichtige gemeinsame Erklärungen erarbeitet, und mancherorts sind die Beziehungen herzlich. Volle Gemeinschaft würde weiterhin eine gemeinsame kirchliche Annahme der Übereinkunft, die Klärung offener Fragen und ein geteiltes sakramentales Leben erfordern. Respektvolle Hoffnung ist angemessener, als Unterschiede zu leugnen oder die andere Familie als geistlich fremd zu behandeln.
Wie du eine Gemeinde einordnest
Achte auf den Bischof und die Kirchenfamilie, nicht nur auf „orthodox“ auf dem Schild. Griechische, antiochenische, rumänische, serbische, russische, georgische, bulgarische und OCA-Gemeinden sind östlich-orthodox. Koptische, armenisch-apostolische, syrische, äthiopische, eritreische und malankarische Kirchen sind orientalisch-orthodox.
Wenn du eine Konversion erkundest, besuche die Gemeinde respektvoll und frage direkt nach ihrer Kirchengemeinschaft. Nutze die eine Familie nicht als Abkürzung um den seelsorglichen Weg der anderen. Lerne jede Tradition bei ihren verantwortlichen Geistlichen und aus offiziellen Quellen kennen.
Quellen und weiterführende Literatur
- Die Armenische Apostolische Kirche und die orientalische Orthodoxie Orthodoxe Kirche in Amerika
- Wie lautet der richtige Name der orthodoxen Kirche? Orthodoxe Kirche in Amerika
- Die Kirche: eine, heilige, katholische und apostolische Orthodoxe Kirche in Amerika