Warum materielle Dinge zum Gottesdienst gehören
Das Christentum bekennt, dass das Wort Fleisch wurde. Wasser kann in der Taufe waschen, Öl kann salben, Brot und Wein werden zu eucharistischen Gaben, und menschliche Körper können sich beugen, singen, schmecken und Gnade empfangen. Deshalb reduziert die Orthodoxie den Gottesdienst nicht auf Gedanken im Inneren des Verstandes.
Die Schöpfung ist gut und kann Danksagung tragen. Die Kirche verwendet materielle Zeichen weder als Götzen noch als dekoratives Schauspiel, sondern als Elemente, die Gott zurückgegeben und im gemeinsamen Gebet seines Volkes mit biblischer Bedeutung erfüllt werden.
Weihrauch: aufsteigendes Gebet und geteilte Heiligkeit
Die Heilige Schrift verbindet Weihrauch mit dem Tempelgottesdienst, dem priesterlichen Dienst, dem vor Gott aufsteigenden Gebet und dem himmlischen Gottesdienst der Offenbarung. Während orthodoxer Gottesdienste beräuchert der Priester oder Diakon Altar, Ikonen, Kirche, Geistliche und Gläubige.
Das Beräuchern ehrt Gottes Bild und Gnade: den heiligen Ort, die auf Ikonen dargestellten Heiligen und die lebenden Menschen, die zur Heiligkeit berufen sind. Der Rauch macht den Gottesdienst außerdem durch Sehen und Riechen sinnlich erfahrbar. Er reinigt nicht auf chemische Weise und ernährt keine Gottheit.
Kerzen: Licht, Opfergabe und Wachsamkeit
Christus nennt sich das Licht der Welt. Eine Kerze vor einer Ikone kann das stille Gebet, den Dank, das Gedenken oder die Fürbitte eines Menschen tragen. Ihre Flamme brennt weiter, wenn die Person weggeht, und steht für Wachsamkeit; sie erkauft keine göttliche Aufmerksamkeit.
Eine Spende unterstützt die Gemeinde und finanziert den Ersatz der Kerze, aber kein Geldbetrag erkauft eine Antwort. Frage, wo du Kerzen aufstellen darfst, und beachte die Brandschutzhinweise. Wer nichts spenden kann, ist zum Beten ebenso willkommen.
Verbeugungen und Niederwerfungen
Eine Verbeugung des Oberkörpers oder eine volle Niederwerfung drückt Ehrfurcht, Umkehr, Dankbarkeit und Hingabe aus. Die Bibel erzählt vielfach von Menschen, die vor Gott niederfallen, und orthodoxe Gottesdienste geben dem Körper eine wahrhaftige Sprache der Demut.
Die Praxis ändert sich mit der liturgischen Zeit: Volle Niederwerfungen gehören besonders zum Bußgebet und werden in vielen Traditionen sonntags gewöhnlich nicht vollzogen. Alter, Schwangerschaft, Behinderung, Krankheit und beengter Raum verlangen vernünftige Anpassungen. Ein aufrichtiges Neigen des Kopfes kann die ehrliche Gabe sein, die ein Körper darbringen kann.
Ohne Angst teilnehmen
Durch Wiederholung werden diese Übungen natürlich. Sie laden zu einem Gottesdienst ein, der den ganzen Menschen einbezieht; sie sind keine Benimmprüfung, die Neulinge bloßstellen soll.
- Beobachte die örtliche Praxis, bevor du jede Bewegung nachahmst.
- Gehe nicht über Schmerzen hinweg und glaube nicht, körperliche Anstrengung beweise geistlichen Ernst.
- Lass das Symbol deine Aufmerksamkeit auf Christus, das Gebet, die Umkehr und den Nächsten lenken.
- Stelle einfache Fragen nach dem Gottesdienst, statt währenddessen zu flüstern.
- Verurteile niemals jemanden, der sich anders verbeugt, keine Kerze anzündet oder sitzen muss.
Quellen und weiterführende Literatur
- Christliche Symbole im orthodoxen Gottesdienst Orthodoxe Kirche in Amerika
- Ikonen im orthodoxen Gottesdienst Orthodoxe Kirche in Amerika
- Das Gebet im orthodoxen christlichen Leben Orthodoxe Kirche in Amerika