Eine Beziehung dient der Unterscheidung und ist kein Sakrament

Die Kirche lehrt nicht, orthodoxe Christen müssten Freundschaften oder gewöhnliche menschliche Beziehungen zu allen Menschen außerhalb der Kirche meiden. Eine Liebesbeziehung fragt jedoch normalerweise danach, ob zwei Menschen einen aufrichtigen, treuen Hausstand bilden könnten. Religiöse Unterschiede verdienen deshalb Aufmerksamkeit, bevor die Bindung jede Grenze wie einen Verrat erscheinen lässt.

Gegenseitige Zuneigung allein entscheidet nicht, wo ein Paar Gottesdienst feiern wird, wie Kinder getauft und erzogen werden, welche moralischen Verpflichtungen das Zuhause prägen oder ob beide in derselben Kirche kommunizieren können. Diesen Fragen auszuweichen ist keine Freundlichkeit.

Ehe mit einem anderen getauften Christen

In vielen Jurisdiktionen kann ein orthodoxer Christ die Erlaubnis erhalten, einen getauften trinitarischen Christen in einer orthodoxen Zeremonie zu heiraten. Zu den Bedingungen gehören gewöhnlich die Freiheit, die Orthodoxie zu praktizieren, und die aufrichtige Verpflichtung, Kinder in der orthodoxen Kirche taufen zu lassen und zu erziehen.

Über Erlaubnis und Anerkennung des Taufstatus entscheiden der zuständige Priester und Bischof, keine allgemeingültige Onlinecheckliste. Der nichtorthodoxe Ehepartner wird dadurch nicht orthodox und empfängt keine orthodoxe Kommunion, sofern er nicht gesondert in die Kirche aufgenommen wird.

Ehe mit einem nichtchristlichen oder ungetauften Menschen

Die orthodoxe Kirche kann gewöhnlich keine sakramentale Ehe zwischen einem orthodoxen Christen und einem Menschen feiern, der Christus nicht durch die christliche Taufe bekennt. Der Gottesdienst bittet Christus, die Verbindung zu besiegeln, und setzt einen gemeinsamen Grundglauben voraus, den ein ungetaufter Partner ehrlicherweise vielleicht nicht teilt.

Das erlaubt weder die Herabsetzung anderer Religionen noch eine erzwungene Bekehrung. Niemand sollte die Taufe nur anstreben, um einen Trauungsort nutzen zu können. Sprich mit dem Priester über die tatsächliche Situation, standesamtliche Eheschließung, kirchliche Folgen und mögliche Wege, ohne Tatsachen zu verbergen.

Gespräche, die früh geführt werden sollten

  • Wo werden wir an Sonntagen und großen Festen Gottesdienst feiern?
  • Werden die Kinder getauft, die Kommunion empfangen, an der Katechese teilnehmen und orthodoxe Fastenzeiten und Feste halten?
  • Wie werden beide Familien reagieren, und welche Grenzen schützen das Paar vor Manipulation?
  • Kann der nichtorthodoxe Partner Praktiken unterstützen, die er persönlich nicht teilt, ohne Groll zu entwickeln?
  • Hoffen wir, dass die Ehe eine Bekehrung erzwingen wird, die nicht freiwillig geschehen ist?

Seelsorge, Freiheit und Sicherheit

Sprich mit dem Gemeindepfarrer vor der Verlobung oder vor Anzahlungen für die Hochzeit. Er kann diözesane Regeln erklären, sollte aber ehrliche Kommunikation, fachkundige Ehevorbereitung oder rechtliches Verständnis nicht ersetzen. Schwierige Beziehungen können mehr als geistlichen Rat allein benötigen.

Kein religiöses Ziel rechtfertigt Zwang, Drohungen, Isolation oder Missbrauch. Wenn eine Beziehung unsicher ist, suche vertrauliche Hilfe bei qualifizierten Fachkräften und örtlichen Diensten. Das Ziel der christlichen Ehe ist sich hingebende Liebe und Heiligkeit, nicht die Wahrung eines äußeren Anscheins auf Kosten der Würde oder Sicherheit eines Menschen.

Quellen und weiterführende Literatur