Höre einem orthodoxen Gottesdienst zu
Die Göttliche Liturgie enthält Psalmen, prophetische Bilder, eine Epistel, ein Evangelium, das Vaterunser und Wendungen aus der ganzen Schrift. Vesper und Matutin ergänzen umfangreiche Psalmodie und Lesungen. Festhymnen legen biblische Ereignisse aus, indem sie Texte und Bilder miteinander ins Gespräch bringen.
Ein Besucher, der nur eine vierzigminütige auslegende Predigt sucht, kann diese biblische Dichte übersehen. Die Schrift ist nicht auf einen Abschnitt begrenzt; sie liefert Wortschatz und Aufbau des gesamten Gottesdienstes.
Lehre ist biblisches Bekenntnis
Das Glaubensbekenntnis fasst die biblische Verkündigung von Vater, Sohn und Heiligem Geist, Schöpfung, Menschwerdung, Kreuz, Auferstehung, Himmelfahrt, Kirche, Taufe, Auferstehung der Toten und Reich Gottes zusammen. Ökumenische Konzilien haben diese Wirklichkeiten nicht erfunden; sie verteidigten, wie die Kirche über den in der Schrift offenbarten Gott sprechen muss.
Begriffe wie Dreifaltigkeit oder ein Wesen stehen vielleicht nicht als fertige Formeln in einem Vers, schützen aber das gesamte biblische Zeugnis vor Lesarten, die Christus oder den Heiligen Geist zu Geschöpfen machen. Jede christliche Auslegung verwendet Begriffe; die Orthodoxie fragt, ob sie den im Gottesdienst empfangenen apostolischen Glauben ausdrücken.
Was Heilige Tradition bedeutet
Die Bibel selbst spricht positiv von den durch die Apostel weitergegebenen Überlieferungen und warnt zugleich vor menschlichen Traditionen, die Gottes Gebot aufheben. Deshalb verteidigt die Orthodoxie nicht jeden Brauch allein wegen seines Alters. Die Heilige Tradition ist die vom Geist geleitete Weitergabe des apostolischen Lebens.
Auch der Schriftkanon selbst wird durch dieses Leben empfangen. Die Kirche hat die Bücher im Laufe der Zeit abgeschrieben, gelesen, verglichen und anerkannt. Die Schrift ist das zentrale schriftliche Zeugnis innerhalb der Tradition, kein außerhalb stehender Gegenspieler.
Was ist mit Ikonen, Heiligen und Liturgie?
Ikonen gründen in der biblischen Menschwerdung und den heiligen Bildern, die Gott im Gottesdienst Israels gebot. Die Fürsprache der Heiligen gehört zur biblischen Gemeinschaft des Leibes Christi und zum himmlischen Gottesdienst, den Hebräerbrief und Offenbarung zeigen. Liturgischer Gottesdienst setzt Formen gemeinsamen Gebets, der Schriftlesung, des Dankes und der Eucharistie fort, die sich im Neuen Testament und in der frühesten Kirche finden.
Orthodoxe Erklärungen sollten sich nicht auf eine Reihe aus dem Zusammenhang gerissener Verse stützen. Überzeugender ist zu zeigen, wie jede Praxis zur ganzen, von den Aposteln empfangenen biblischen Geschichte gehört. Auch historische Belege und kirchliche Autorität sind wichtig, denn die Bibel beansprucht nie, ein sich selbst beglaubigendes, von der Kirche losgelöstes Handbuch zu sein.
Lies mit Vertrauen und Demut
- Lies ganze biblische Bücher, nicht nur thematische Verslisten.
- Achte darauf, wie Leseordnung und Feste Abschnitte um Christus zusammenstellen.
- Nutze die Kirchenväter als erfahrene Zeugen, nicht als Waffen aus Zitaten.
- Prüfe Auslegungen am Glaubensbekenntnis, an Konzilien, Liturgie und heiligem Leben.
- Lass Gehorsam der klarste Prüfstein sein: Führt diese Lektüre zu Wahrheit, Umkehr und Liebe?
Quellen und weiterführende Literatur
- Die Bibel als geschriebenes Wort Gottes Orthodoxe Kirche in Amerika
- Der orthodoxe Schriftkanon Orthodoxe Kirche in Amerika
- Die Kirche: eine, heilige, katholische und apostolische Orthodoxe Kirche in Amerika