Du musst dich nicht erst vorzeigbar machen

Menschen bleiben fern aus Scham, Konflikt, Zweifel, Sucht, familiärem Druck, wegen eines Umzugs, einer Scheidung, Enttäuschung über Geistliche oder schleichender Entfremdung. Zu warten, bis jedes Problem gelöst ist, lässt die Abwesenheit meist zu einer höheren Mauer werden. Der Ruf der Kirche zur Umkehr beginnt mit dem Umdrehen, nicht damit, schon geheilt anzukommen.

Besuche die Vesper oder Liturgie und stehe still dabei, wenn das der einzige Schritt ist, den du schaffst. Du schuldest der Gemeinde keine öffentliche Erklärung. Die nächste wichtige Beziehung ist die zu einem vertrauenswürdigen Priester unter einem kanonischen Bischof.

Den Priester kontaktieren

Eine kurze Nachricht genügt: Sage, dass du orthodox getauft oder aufgenommen wurdest, fort warst und Anleitung für die Rückkehr möchtest. Bitte um einen Termin, statt die ganze Geschichte in einer E-Mail oder in den belebten Minuten nach der Sonntagsliturgie zu erzählen.

Wenn die erste Gemeinde nicht antwortet, frage einmal nach und versuche es bei einer anderen kanonischen Gemeinde. Wenn deine Abwesenheit mit Missbrauch oder schwerem Fehlverhalten zusammenhing, suche einen sicheren Priester außerhalb dieses unmittelbaren Zusammenhangs und erwäge geeignete diözesane, professionelle oder staatliche Unterstützung.

Was der Priester verstehen muss

Ehrlichkeit ist keine Strategie, um Bestrafung zu verdienen. Sie ermöglicht dem Priester, die Medizin der Kirche auf den wirklichen Menschen anzuwenden statt auf eine bearbeitete Fassung.

  • Wie und wo du in die orthodoxe Kirche aufgenommen wurdest.
  • Wie lange du Gottesdienst, Beichte und Kommunion ferngeblieben bist.
  • Ob du förmlich einer anderen Religionsgemeinschaft beigetreten bist oder den Glauben verworfen hast.
  • Ehe, Scheidung, Wiederheirat, Zusammenleben oder familiäre Umstände, die pastorale Aufmerksamkeit benötigen könnten.
  • Schwere Sünde, Sucht, Gefahr, psychische Bedürfnisse oder Verletzungen, die den Rückkehrprozess beeinflussen.

Beichte und Kommunion

Stelle dich nicht einfach zur Kommunion an, weil die Taufe vor Jahren stattgefunden hat. Eucharistische Gemeinschaft drückt ein gegenwärtiges Leben in Glauben und Versöhnung aus. Nach langer Abwesenheit bereiten gewöhnlich die sakramentale Beichte und ein pastoraler Plan die Rückkehr zum Kelch vor.

Der Priester kann Gebete, Fastenhinweise, Wiedergutmachung, Behandlung oder Zeit zur Stabilisierung einer Situation vorsehen. Eine Bußauflage ist als Heilmittel und Rückweg gedacht, nicht als Bezahlung für Vergebung. Frage nach, wenn Zweck oder Dauer unklar sind.

Gestalte eine Rückkehr, die im Alltag Bestand hat

  1. Wähle eine Gemeinde

    Wechsle nicht länger ziellos zwischen Livestreams und finde eine wirkliche Heimat für den Sonntag.

  2. Halte eine kleine Gebetsregel

    Fünf ehrliche Minuten morgens und abends können die Aufmerksamkeit ohne dramatische Versprechen wieder aufbauen.

  3. Knüpfe eine Beziehung

    Lerne einen Namen, bleibe zum Kaffee oder hilf bei einer einfachen Gemeindeaufgabe.

  4. Folge dem pastoralen Plan

    Bereite dich auf Beichte und Kommunion vor, ohne deinen Weg mit dem eines anderen zu vergleichen.

  5. Beginne nach Rückschlägen neu

    Einen Gottesdienst zu verpassen ist kein Grund, für ein weiteres Jahr zu verschwinden.

Quellen und weiterführende Literatur