Orthodoxes Fasten ist keine Diät, sondern eine geistliche Übung, die in Demut, Umkehr und Liebe wurzelt. Die Kirche sieht Fastenzeiten vor großen Festen sowie mittwochs und freitags vor, um Christi zu gedenken und Leib und Seele in betender Wachsamkeit auszurichten.
Die Große Fastenzeit, das Weihnachtsfasten, das Fasten vor dem Entschlafen der Gottesmutter und das Apostelfasten setzen jeweils eigene Schwerpunkte. Die Gläubigen verzichten auf Fleisch, Milchprodukte und oft auf Öl und Wein. Zugleich widmen sie sich verstärkt dem Gebet, dem Almosengeben und Gottesdiensten wie der Liturgie der vorgeweihten Gaben und den Akathisten.
Die Feste ergänzen das asketische Leben durch freudiges Feiern. Pascha, das Fest der Feste, bricht nach vierzig Tagen der Vorbereitung mit der Verkündigung der Auferstehung um Mitternacht an. Die zwölf großen Feste halten die Gläubigen das ganze Jahr über mit den Heilsereignissen im Leben Christi und der Gottesgebärerin verbunden.
Das Gemeindeleben in der orthodoxen Welt folgt diesem Wechsel von Fasten und Festen. Das Angebot beim Kirchencafé verändert sich, Gemeinderäte planen Hilfsaktionen in den Fastenzeiten, und Familien passen ihre Mahlzeiten an, damit alle nach ihren Möglichkeiten teilnehmen können, auch Kinder und ältere Menschen.
AthonApp begleitet diesen Jahreskreis mit Fastenhinweisen, Heiligen des Tages und Schriftlesungen direkt auf dem Mobilgerät. Mit Erinnerungen, die auf die jeweiligen Jurisdiktionen abgestimmt sind, behalten Gläubige den orthodoxen Kalender im Blick und stärken ihren gemeinsamen Weg zur Heiligkeit.
Für orthodoxe Christen in einer säkularen Kultur ist das Leben nach den Fastenzeiten ein Zeugnis gegen den Zeitgeist. Es schafft Raum für Stille, großzügiges Geben und die Heilung von Beziehungen. Dabei erinnert es die Gläubigen daran, dass der Weg ins Reich Gottes durch eine Liebe führt, die sich selbst hingibt.
Viele Gemeinden verteilen Fastenkochbücher und veranstalten gemeinsame Fastenmahlzeiten. Sie zeigen damit, dass der Verzicht auf tierische Lebensmittel Freude machen und nahrhaft sein kann. Rezepte für Fastenmoussaka, Bohnensuppen und vegane Nachspeisen miteinander zu teilen, stärkt die Zuversicht und wahrt zugleich die asketischen Vorgaben der Kirche.
Fasten ist niemals von der Nächstenliebe getrennt. Die Impulse von AthonApp zum verantwortlichen Umgang mit anvertrauten Gütern ermutigen Familien, durch einfachere Mahlzeiten gespartes Geld zurückzulegen und orthodoxen Hilfswerken, örtlichen Notunterkünften und internationalen Hilfsorganisationen zukommen zu lassen. So trägt das Fasten Früchte in konkreter Barmherzigkeit.