Orthodoxe und römisch-katholische Christen teilen apostolische Wurzeln, Sakramente und die Liebe zur Gottesmutter und zu den Heiligen. Geschichte und Theologie haben jedoch unterschiedliche Wege genommen und eigene liturgische und seelsorgliche Ausdrucksformen geprägt.
Der Filioque-Zusatz, der päpstliche Vorrang und unterschiedliche Auffassungen von Erbsünde und geschaffener Gnade sind wesentliche theologische Unterschiede. Die Orthodoxie betont Konziliarität und die Erfahrung der ungeschaffenen Energien Gottes, während der Katholizismus die universale Jurisdiktion beim Bischof von Rom verortet.
Auch das liturgische Leben unterscheidet sich: Der byzantinische Ritus umgibt die Betenden mit Gesang, Weihrauch und Ikonen; die Epiklese steht im Herzen des eucharistischen Gebets. Die katholische Liturgie ist vielfältig und reicht von tridentinischen bis zu heutigen volkssprachlichen Messen.
Die geistliche Bildung spiegelt diese Schwerpunkte wider. Hesychasmus, Jesusgebet und Kirchenkalender durchdringen die orthodoxe Spiritualität. Das katholische Andachtsleben hebt häufig Rosenkranz, Kreuzweg und scholastische Theologie hervor.
Ein respektvoller Dialog ist wesentlich. Viele Katholiken und Orthodoxe finden ein gemeinsames Zeugnis im Schutz des Lebens, im Einsatz für Arme und in der Förderung der sakramentalen Ehe. Athon bietet von Geistlichen geprüfte Gegenüberstellungen, die Suchenden helfen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede ohne Polemik zu verstehen.