Theologie

Die Bedeutung der Ikonen im orthodoxen Gottesdienst

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Im orthodoxen Christentum sind Ikonen weit mehr als religiöse Kunstwerke oder Schmuck. Sie gehören wesentlich zum Gottesdienst und zur Theologie und dienen als „Fenster zum Himmel“, die den irdischen und den göttlichen Bereich verbinden. Das orthodoxe Verständnis der Ikonen wurzelt tief in der Lehre von der Menschwerdung Gottes: Weil Gott in Christus sichtbar wurde, wurde es möglich und notwendig, das Göttliche bildlich darzustellen.

Die theologische Grundlage der Ikonen wurde auf dem Siebten Ökumenischen Konzil im Jahr 787 festgehalten. Es erklärte, dass die dem Bild erwiesene Ehre auf sein Urbild übergeht. Wenn orthodoxe Gläubige eine Ikone verehren, beten sie also nicht Holz und Farbe an, sondern richten ihre Verehrung auf die dargestellte heilige Person oder das dargestellte Ereignis. Diese Unterscheidung zwischen Verehrung (Dulia) und Anbetung (Latria) ist entscheidend für das orthodoxe Verständnis der Ikonen.

Ikonen entstehen nach strengen kanonischen Regeln, die über Jahrhunderte überliefert wurden. Diese Regeln sind nicht willkürlich, sondern bringen tiefe theologische Wahrheiten zum Ausdruck. Bei der umgekehrten Perspektive etwa laufen die Linien zum Betrachter hin zusammen statt zu einem Fluchtpunkt. Dies versinnbildlicht, dass sich das Reich Gottes in unsere Welt hinein öffnet. Die stilisierten Gesichtszüge und langgestreckten Gestalten erinnern daran, dass Ikonen den verklärten Zustand der Menschen darstellen, die durch göttliche Gnade vergöttlicht wurden.

Ikonen spielen eine entscheidende Rolle im orthodoxen liturgischen Leben und gehören sowohl zum gemeinsamen Gottesdienst als auch zur persönlichen Andacht. Sie schaffen einen heiligen Raum, der den Gläubigen hilft, in das Geheimnis des Gottesdienstes einzutreten. Dabei umgeben sie diese mit einer „Wolke von Zeugen“ (Hebräer 12,1), die an der himmlischen Liturgie teilnehmen. Die Anordnung der Ikonen in einer orthodoxen Kirche folgt einem bestimmten theologischen Programm, das den Glauben durch Bilder vermittelt.

Die Ikonenmalerei ist selbst eine geistliche Übung. Ikonenmaler beginnen ihre Arbeit mit Gebet und Fasten und bemühen sich, Werkzeuge zu sein, durch die der Heilige Geist wirken kann. Das Schaffen einer Ikone gilt nicht als künstlerischer Selbstausdruck, sondern als eine Form liturgischen Dienstes, die von den Überlieferungen und Lehren der Kirche bestimmt wird. Durch Ikonen begegnen die Gläubigen der Wirklichkeit der Menschwerdung Gottes, der Gemeinschaft der Heiligen und der Verheißung der Verklärung, die allen gilt, die am Leben der Kirche teilhaben.

Familien werden ermutigt, zu Hause eine Ikonenecke einzurichten und an großen Festen Festikonen auf Analogien aufzustellen. Wenn die Ikonen dem Kirchenjahr entsprechend wechseln, lernen Kinder orthodoxe Theologie durch Bilder kennen, und am Familientisch ergeben sich Gelegenheiten, von der Heilsgeschichte zu erzählen.

AthonApp stellt ausgewählte hochauflösende Ikonen mit zugehörigen Troparien und Kontakien bereit. So können Gemeinden und Katechumenen ikonografische Einzelheiten betrachten, bevor sie das Original in der Kirche verehren. Diese Angebote unterstreichen die Lehre der Kirche, dass Ikonen kein entbehrlicher Kunstschmuck sind, sondern wesentliche Zeugnisse des fleischgewordenen Wortes.

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