Geistliche Praxis

Was ist orthodoxes Fasten?

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Orthodoxes Fasten ist eine Schule der Liebe, keine Diät. Indem Gläubige an den vorgesehenen Tagen auf Fleisch, Milchprodukte und üppige Speisen verzichten, schwächen sie die Leidenschaften und gewinnen Mittel für Almosen. Das Ziel ist ein zerknirschtes Herz und neue Aufmerksamkeit für Gott, nicht das Zählen von Kalorien.

Die Kirche verbindet Fasten und Feste. Das wöchentliche Fasten am Mittwoch und Freitag erinnert an Verrat und Kreuzigung. Die längeren Fastenzeiten vor Weihnachten, Pascha, dem Apostelfest und dem Entschlafen der Gottesmutter bereiten auf die großen Geheimnisse vor. Jede ist von einer seelsorglichen Haltung geprägt, die Gesundheit und Lebensumstände berücksichtigt.

Der heilige Basilius lehrte, dass zum wahren Fasten auch gehört, die Zunge zu zügeln, Feinden zu vergeben und Hungrige zu speisen. Beichte und verstärktes Gebet ergänzen die Mühe und verhindern, dass der Verzicht in Stolz erstarrt.

Familien passen die Regeln mit der Anleitung geistlicher Väter an: Sie vereinfachen Mahlzeiten, lernen Fastenrezepte und beziehen die Kinder ein, damit der ganze Haushalt gemeinsam unterwegs ist. Ausnahmen bei Krankheit oder Schwangerschaft sind kein Versagen, sondern Ausdruck von Barmherzigkeit.

Athons Kalender zeigt die Vorgaben des Tages, Lesungen und Rezeptideen. Behutsame Mitteilungen helfen, den Rhythmus ohne Skrupelhaftigkeit zu halten und Ernährung, Gebet und Nächstenliebe zu einer einzigen Gabe zu verbinden.

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